Herr Fry und die nötige Portion Humor

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Vitaly Milonov. Ein Name, den man sich durchaus merken sollte. Sagt euch nichts? Ich helfe euch auf die Sprünge: Er hat das Gesetz in Russland maßgeblich mitgestaltet, welches jegliche „homosexuelle Propaganda“ verbietet.

Wie man nun folgerichtig vermuten darf, bin ich naturgemäß nicht unbedingt der größte Freund dieses Mannes. Dafür mag ich Worte, gerne auch mal ein paar mehr und in allen hübschen Farben, Formen und Kombinationen. Reden, schreiben, alles total toll. Was ich allerdings so jemanden groß sagen könnte, oder sagen wollte, kann ich nicht wirklich beantworten. Zum Glück muss ich darüber auch überhaupt nicht nachdenken, das hat nämlich jemand anders schon getan.

Stephen Fry ist ein durchaus sympatischer Mensch. Er schafft es ziemlich gekonnt, mit dem nötigem Respekt und einer vernünftigen Portion Neugier so ziemlich jedem Menschen zu begegnen, um anschließend angemessen erstaunt oder auch mal bewegt zu sein. Gerne wird alles mit einem feinen Sinn für Humor aufgenommen und einige Male muss er selbst auch einfach mal laut lachen bei dem ganzen Unsinn, den so manch einer tatsächlich an Gedanken mit sich herumtragen kann. Vitaly scheint eindeutig jemand zu sein, auf dem letzteres dann zutrifft.

Ich entdeckte neulich einen recht kurzen Clip, wo Fry eben Milonov begegnen durfte. Ganz nett im Büro hat er ihn besucht und sich von ihm diese ganze Sache mal erklären lassen. Weiterlesen „Herr Fry und die nötige Portion Humor“

Prokrastination oder: Ich bin dann auch mal wieder da!

Hallo? Äh, Hallo? Liest das hier einer? Ja?

Da kam mir doch glatt mal ein überlanger Umzug dazwischen. Inklusiver einmonatiger Wohnungslosigkeit (welche ich erfolgreich auf einer Couch beim Kollegen verbringen konnte), schmerzhaften Vermissen meiner Konsolen, Spiele und des Internets. Internet… über zwei Monate ohne, sowas gehört verboten!

Jetzt bin ich wieder da und… fühle mich erschlagen von der Menge an Dingen, die ich verbloggen möchte, muss, will, sollte. Angefangen bei knapp über 20 verpassten Themen zum 52 Games – Projekt, diversen Broadcasters Diary, die ich noch schreiben wollte, einige Filme, Musik… Ja, vieles.

Bevor mich die pure Masse also komplett lähmt schreib ich jetzt diese Kleinigkeit hier, damit einerseits Ihr schon mal wisst, dass es mich noch gibt, und ich andererseits ein wenig in Zugzwang gerate, auch mal endlich wieder den Blog mit ganz viel Zeug zu füllen.

Zu Anfang hab ich direkt auch noch eine Sache: Der letzte Artikel, der hier erschien, hat ja wirklich beeindruckend viele Menschen erreicht. Ehrlich gesagt hatte ich so damit nicht gerechnet, ich wollte mir einfach nur mal meine Gedanken aus dem Kopf schreiben. Letzten Endes hat dies alles dann sogar dazu geführt, dass ich am letzten Wochenende mit dem Fracker und dem ElSpotto lang und breit über das Thema Homophobie geredet habe. Ein wirklich guter Podcast ist das geworden, wobei die Themen mal mehr, mal weniger ernsthaft waren. Es wurde über Homosexualität in Filmen geredet, in den Medien allgemein, Outing, Gewalt (welche leider immer noch viel zu häufig und drastisch stattfindet), dazu eine dicke Portion Anekdoten, die jeder beisteuern konnte.

Wer sich diese insgesamt knapp 5:30 Stunden anhören mag, darf sich gerne hier umschauen: Sunday Moaning Cast #19  – Homophobia

Damit aber auch erst mal genug der ernsten Dinge – hier findet in der Regel ja eher Spaßkultur statt und ich bin auch kein Mensch, der viel negatives rumträgt. In Kürze folgen also zig Artikel, in denen ich wieder massig dem Videospiel als solches huldigen kann, ein wenig was über Filme, Musik und all der andere Kram. Danke, das ihr mir bisher nicht weggelaufen seid, trotz der langen Pause. Ich gelobe Besserung!

Es könnte so einfach sein

Achtung: Dieser Text entspricht nicht den üblichen Artikeln, die ihr hier normalerweise lest. Er ist dadurch natürlich nicht weniger lesenswert und liegt mir sehr am Herzen, da es um etwas sehr aktuelles für mich geht. Wer sich an dem Thema „Homosexualität“ generell stört – nun, der sollte diesen Artikel dann jetzt nicht weiterlesen. Am besten wäre es, direkt den ganzen Blog zu schließen und auch nicht wiederzukommen.

Aus verständlichen Gründen wird im folgenden kein Name genannt werden. Auch ohne einem Namen wird nachvollziehbar sein, warum mich beschäftigt was „ihm“ passiert ist. Wer „er“ ist wissen einige wenige, die es direkt betrifft, für den Rest von euch spielt das keine Rolle.

Ich bin schwul. Oh, war das bisher nicht klar? Mag daran liegen, das es für mich selbst auch keine große Relevanz hat. Ich empfinde mich so ziemlich als ’normal‘. Ich würde keinen Sinn darin sehen, aus diesem Fakt ein Geheimnis zu machen, allerdings stellt dies nun mal nur einen Aspekt meiner Persönlichkeit dar. Ich denke, wir alle sind mehr als nur ein einziger, geringer Teil von uns. Deswegen muss ich diesen einen Teil ja nicht jedes mal besonders hervorheben.

Ich unterhalte mich ausgesprochen gerne mit ihm. Er ist grade mal halb so alt wie ich, was ihn allerdings nicht davon abhält gerne eine Runde mit mir zu flirten. Das beruht durchaus auf Gegenseitigkeit, ohne da irgendwelche weiteren Interessen zu haben, wir verstehen uns einfach gut auf dieser Ebene. Es ist noch gar nicht so lange her, das er sich geoutet hat, noch nicht lange her, das er mit seinem Freund zusammengekommen ist. Ich erinnere mich noch gut daran, wie er mich so einiges fragte. Ob das denn „ok sei“. Das er sich unsicher ist. Seine Angst, was der andere sagen wird, wenn er ihm erzählt was er für ihn empfindet. Alles Dinge, die bei mir zwar schon ein wenig her sind, allerdings kam mir jeder seiner Gedanken unglaublich bekannt vor.

Ich habe ihn ermutigt, einfach er selbst zu sein. Wenn er schwul ist – dann ist das halt so. Das ist auch nichts anderes, als in ein Mädel verknallt zu sein. Wichtig ist nur, das es sich für ihn „richtig“ anfühlt. Wenn das bei Jungs der Fall ist, gibt es nichts was dagegen spricht. In meinem Umfeld habe ich Bekannte, die jahrelange Beziehungen mit Männern haben und trotzdem stolze Väter sind. Mein eigener Vater ist mit einer Frau verheiratet, welche 15 Jahre jünger als er ist. Mich selbst halten momentan mehrere hundert Kilometer nicht davon ab verliebt zu sein. Liebe ist immer mehr als schwarz oder weiß, die gibt es in allen Farben. Wichtig ist, das man überhaupt Liebe empfindet. Es kann so einfach sein.

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