Hallo, Blumenmädchen – Ein Anfang vom Ende

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Es gibt da so zwei Gefühle, die sind sich gar nicht mal unähnlich, auch wenn sie doch sehr fern scheinen. Das eine ist, zu spät auf einer Party aufzukreuzen. Man hat einfach das Beste schon verpasst. Im Gegensatz dazu steht das Gefühl, ähnlich einem Weinkenner einfach nur lange genug gewartet zu haben, dass etwas die nötige Reife erlangt hat, um es jetzt endlich auch richtig genießen zu können.

Ich weiß nicht, wer mit dem Begriff angefangen hat, aber vor einiger Zeit sprachen dauernd alle möglichen Leute von ihrem „Pile of Shame.“ Gemeint waren damit dann die Spiele, die sich wunderbar staubfängerisch auf feinen Stapeln türmten – ohne jedoch gespielt zu werden. Sei es mangels Zeit, weil anderes grade spannender war oder einfach Faulheit, jeder hatte auf ein mal diese Schamstapel und ich war verwirrt: Wofür schähmen sich da eigentlich alle? Meine Wohnung ist ein begehbarer Pile of Shame, nur nenn ich das „Sammlung“. Als wenn ich jemals alles spielen könnte oder wollte, was sich hier bei mir auftürmt. Ich bin wohl eindeutig eher der Typ, der Dinge einfach haben will, um sie zu haben, so lange sie eine gewisse Klasse erkennen lassen.

Zwangsläufig heißt das nun natürlich auch, dass sich hier durchaus eine beachtliche Menge an Games angesammelt hat, die einen gewissen Neid erwecken können. Weil sie selten sind, weil sie begehrt sind, weil sie jeder kennt und haben mag – aber eben nicht (mehr) hat. Mein Pile of Neid ist allerdings gleichzeitig auch ein Pile of Unverständnis, wenn ich dann sage, dass ich dies oder das aber noch gar nicht gespielt habe. „Aber das ist so toll!“ höre ich dann, oder „Das muss man gespielt haben!“. Letzterem stimme ich oft auch zu und hole dann und wann tatsächlich mal uralte Spiele aus grauer Vorzeit aus dem Regal, um sie nach Jahren oder Jahrzehnten tatsächlich anzufangen.  Weiterlesen „Hallo, Blumenmädchen – Ein Anfang vom Ende“