Watch the Sound

Wer mich ein wenig besser kennt weiß, dass ich neben den Spielen generell ein reichlicher Medien-Junkie bin. Abseits hunderter gelesener Bücher und unzähliger gesehener Filme gehört hier definitiv Musik zu diesen Dingen, die bei mir einfach immer präsent sind. Nicht zuletzt die vor einiger Zeit begonnene und stetig wachsende Vinyl-Sammlung spricht hier eine deutliche Sprache. Da tummelt sich bei mir alles: Bisschen Genesis, bisschen Madonna, bisschen Silent Hill Soundtrack, bisschen Chemical Brothers, bisschen Daft Punk, bisschen Beartooth, bisschen Vangelis, bisschen Buena Vista Social Club, bisschen Ida Cox. Oder, wie der nette Verkäufer im Plattenladen des Vertrauens neulich mit Blick auf meine Ausbeute schön sagte: „Hui, das‘ mal ’ne bunte Mischung!“

Abgesehen vom Konsum bin ich aber auch selbst interessiert. Ich würde mich dabei weniger als Musiker bezeichnen (bislang habe ich nichts produziert, was ich als fertigen „Song“ bezeichnen würde), allerdings schraube ich gerne an Sounds herum und zwischendurch klingen diese Experimente sogar erstaunlich gut.

Wie passend, dass mir Apple mit „Watch the Sound“ einfach mal DIE Doku um die Ohren gehauen hat.

Was ist Reverb, was kann Sampling, wofür rockt Distortion? In 6 Episoden wird jeweils eine andere Technik präsentiert, ohne dabei total trocken zu sein: Wenn Paul McCartney von alten Recording-Sessions erzählt, bietet das einfach mal einen wunderbaren Einblick in non-digitales Sampling, wohingegen Dave Grohl dann mit zerschnittenen Boxen einen wunderbar verzerrten Sound produziert.

Ich möchte nach dem Anschauen jedenfalls jetzt in einen extra großen Ölkeller steigen, ein paar Kabel an einem alten Synthesizer falsch verbinden und mit den Beastie Boys ein paar Tapes aufnehmen. Und alleine die Tatsache, dass meine Abscheu gegen Autotune hier ein wenig gemildert werden konnte, ist schon ein kleines Glanzstück an sich. Anschauempfehlung also für jedermann, der Musik nicht nur hören, sondern auch ein wenig mehr verstehen und schätzen möchte. Ich wurde bestens unterhalten und inspiriert.

Ein Kommentar zu „Watch the Sound

  1. Danke für die Empfehlung. Ich hab es ja nicht mehr so sehr mit Filmen, Serien, Dokus etc. … Bewegtbilder meist wenn Games, aber dafür entstaube ich mal mein Apple TV. Für irgendwas muss dieses Abo ja gut sein. 😀

    Ich bin ohnehin Fan von Paul McCartney (auch ich habe ein großes Herz für Musik, auch wenn ich keine wie du mache) und mag es, wenn er zu Wort kommt. In Carpool Karaoke hat er eine so schöne, unaufgeregte Art. Nicht zu schrill, nicht zu laut … Er hat eine angenehme Ausstrahlung.

    Btw: Bin auch Team Vinyl. Wir hätten musikalisch sicher viel Spaß. So verrückt wie dein Mix klingt, musste ich direkt an meinen denken. Da steht auch alles von The Beatles über Pet Shop Boys hin zu Ravel und ein Schwenk zum Skies of Arcadia Soundtrack. Meine ganze – noch viel zu kleine – Sammlung ist so wild. I like it. Musik ist zumindest bei mir Stimmungssache. Manchmal habe ich gerade Laune zu Madonna zu tanzen, ein anderes mal singe ich lieber trotzig und schief Elton John mit. 😀

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