Der Grind ist irgendwo da draußen

Der Grund, warum ihr das hier grade lest, ist eigentlich nur dem Thorsten seine Schuld. Der hat nämlich gesagt, dass ich wieder bloggen muss. Zum anderen trägt er ebenso die Schuld daran, dass ich grade im Hintergrund in Elite: Dangerous noch ewig zum Hutton Orbital fliege, während mich via Spotify Integration der PS4 der No Mans Sky Soundtrack beschallt, weil er mir ständig auf beides total Bock macht. Wenn schon, dann richtig. Und wo wir grade dabei sind: Der Typ hat mich ausserdem schon wieder zum schmenken gebracht. Das ist ein Kunstwort, was ich soeben erfinden musste, um diese faszinierende Mischung aus Schmunzeln und Denken zu beschreiben, die der gerne mit seinen Texten bei mir auslöst. Wir sollten alle mehr schmenken, aber das ist ein anderes Thema.

Seine Worte fasst der gute Mann ja gerne schriftlich zusammen, und auch wenn das heutzutage ja niemand mehr tut und noch weniger dann lesen, bin ich ja so das gallische Dorf im Internet und habe deswegen über seinen Grind-Text ein wenig nachgedacht und mich da reichlich selbst wiedergefunden. Grind mögen? Yes, that’s me, that’s the spirit, ich geh sogar noch einen kleinen Schritt weiter:

Vorgegaukelter Grind stinkt.

Dieser Thorsten und ich, wir sind beide No Mans Sky und / oder Elite Spieler. Das heißt, dass wir uns eigentlich nie sehen, wissen aber, der andere ist irgendwo da draußen. Wo also alle Welt einen Multiplayer will fordert verlangt, schließlich MUSS sowas sein, ist uns das so ziemlich wumpe und wir machen einfach unser Ding. Quasi lonely space cowboy. Das Feine dabei: Wir brauchen keine Ziele.

Nein, damit will ich jetzt nicht dieses „write your own story!!1“ glorifizieren. Oder irgendwie dann doch. Es ist kompliziert, weil es so einfach ist. Ich „brauche“ keine Story. Ich mag gut gemachte Geschichten, die reine Abwesenheit eben jener kann durchaus aber mindestens genau so befriedigend sein. Was mich dagegen sehr schnell abturned ist das vorgaukeln endloser Spielzeit – ein Battlefield ist auch nur Grind, nur mit stetig freischaltbaren Waffenupgrades und Overwatch lässt auch nur den Levelcounter höher steigen. Warum aber dann das eine und nicht das andere?

So sehr ich ein Overwatch mag (und seit Release auch fleißig spiele), Monster Hunter mich ein um’s andere mal zum questen animiert und ich mich sehr nach Shenmue III sehne, weil dann endlich diese verdammte Geschichte nach über einem Jahrzehnt weitergeht, will ich manchmal einfach was ganz anderes von einem Spiel. Elite tut nicht so, als würde ich hier grade meine eigene Geschichte schreiben. Was es ganz hervoragend tut: Mich mein Ding machen lassen. Vielleicht bin ich dann doch einfach zu gerne Individuum, aber genau da trifft es mich mitten in’s Herz. Schwarz, schwarz und nichts als schwarz, während ich, wie eingänglich erwähnt, grade über eine Stunde gar nichts tue. Oder eben die Zeit nutze, nach tausend Jahren dann doch mal wieder zu bloggen.

Jetzt hab ich noch 15 Minuten, bis ich am Hutton Orbital ankomme. Dann kauf ich mir einen Hutton Mug und fliege frei nach Peter Pan einfach am nächsten Stern mal nach links. Wo auch immer das im freien Weltall so sein mag.

Kein Ziel. Kein Zeitlimit. Kein Erfolg. Kein Levelcounter, kein ’nur noch eine Runde‘ und kein ‚games as a service‘, und ich schreibe auch grade nicht meine eigene Geschichte. Ich bin einfach nur ich, und das grade reichlich ziellos. Ziellos heißt eben halt auch stressfrei. Mehr will ich an einem Feierabend doch manchmal auch gar nicht.

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