gamephilephoto

Da hab ich mir ja selbst ein hübsches Ei gelegt. Angst, Heilig, Liebe! Drei Begriffe aufgrund von Feiertagsstress – und dann selbst nix abliefern bis kurz vor Schluss. Na, dann mal ran an die Tasten, bevor ich mir nachsagen lassen muss, mein eigenes Blogprojekt schleifen zu lassen!

Um mal direkt ein wenig weiter auszuholen: Warum mache ich das eigentlich, dieses #gamephilephoto? Ist’s die akute Leere auf meinem Blog gewesen? Bin ich Videospielselfiegeil geworden? Beides vielleicht ein bisschen, vor allem aber ganz einfach aus dem Grund, dass ich zwei Dinge ganz besonders mag – Spiele und Meinungen.

Mit Meinungen ist es einfach so, dass sie so wundervoll verschieden sein können. Der eine steht total auf Call of Duty, der andere schwört auf Battlefield. Ein dritter lächelt beiden nur zu und zockt weiter Halo. Nummer Vier zuckt daraufhin mit den Schultern, macht noch ein paar Abschüsse mit seinem Affen in Timesplitters und brofistet seinen Goldeneye-Kumpel. Was alle teilen, ist eine Passion zum selben Medium, so unterschiedlich es sich auch darstellen mag.

Die Angst überkommt mich nun ein wenig, wenn ich mir die aktuelle Spielelandschaft so anschaue. Es ist eine besondere Angst, denn sie fußt nicht auf der Qualität, auch wenn so mancher Release in letzter Zeit mehr Bug als Spiel gewesen zu sein scheint. Ein unschöner Trend, aber, dank Onlineanbindung, durchaus etwas, wo nachgeliefert werden kann und oft auch wird. Online, dass ist allerdings schon mein passendes Stichwort.

Ich picke mir mal Battlefield 3 als ein Beispiel heraus. Bis meine 360 beschloss, keine Discs mehr zu akzeptieren, habe ich unzählige Nächte vor dem Kasten verbracht. Grade BF3 habe ich ohne Ende gespielt, gemütlich im TeamSpeak nebenbei, und dabei massig Spaß gehabt. Onlinegaming, das ist eine wirklich feine Sache. Ernsthaft, weder ich noch sonstwer wird wohl groß darauf verzichten wollen. Mein Aber dazu lautet: Es kann ein Haltbarkeitsdatum mit sich bringen.

14 BF3 Angst

Dank nicht vohandenem Splitscreen und ebenso wenig vorhanderner Systemlink-Funktion mutiert Battlefield irgendwann zu einem Singleplayer-Erlebnis. Das dann etwas sehr Wichtiges eben jenem Spiel fehlt, steht wohl ausser Frage. Das trifft nicht nur auf diesen Titel zu – Spiele, in ihrer Gänze, können schlicht nicht mehr zeitlos sein, zumindest oft nicht in ihrem derzeitigem Umfang. Davor hat der Sammler in mir, dessen halbe Wohnung mit Spielen und Hardware und Cartridges und Discs dekoriert ist, tatsächlich Angst, weil eine komplette Generation Games keinen Beständigkeit haben wird.

Schade ist das vor allem, wenn ich anderen dann diese ganzen, tollen Erlebnisse irgendwann nicht mehr zeigen kann. Keine Server sind keine Server, ein Teil des Erlebnisses wird aussen vor bleiben. Ein N64 kann ich auch jetzt noch anschließen. Solange jemand bereit ist, über den Grafiktellerrand hinaus zu blicken und auf HD-Optik zu verzichten, kann jeder immer noch nachempfinden, was diese Spiele mal boten, was sie so groß machte, was sie uns und mir bedeuteten.

Vielleicht, mit ein wenig Glück, wird vielleicht sogar mal jemand dann ein wenig innehalten. Nicht zur nächsten Quest rennen, nicht in den nächsten Dungeon eilen, nicht sofort die Welt retten. Nicht direkt die drei Heiligen Steine auf den Altar legen, die geheime Tür öffnen, nicht sofort das Master Schwert greifen.

15 Zelda Heilig

Ich kann nicht sagen, woran es liegt. Die Musik, die Atmosphäre, die Beleuchtung, die Architektur, vielleicht einfach eine Mischung aus all diesen Dingen. So oder so, bis heute bin ich noch nie in der Zitadelle der Zeit gerannt. Das Zelda – Ocarina of Time in vielerlei Hinsicht ein Meilenstein ist, mag kaum jemand bestreiten. Für mich hat es einige ganz besondere Momente, und zu denen gehört eben jener Bereich, bei dem ich immer mein Tempo drossel. Egal, wie oft ich es schon durchgespielt habe. Schon mal in einer Kirche gerannt? Eben, das ist unhöflich. Schreiten statt eilen, wir wandeln schließlich auf heiligem Boden.

Was soll das jetzt also noch toppen? Ah, natürlich, die Liebe. Auch die Zelda-Serie besitzt hier einen hohen Stellenwert, allerdings habe ich darüber schon mal was geschrieben. Doch bei dem grünmützigen Helden hörte meine Liebe noch lange nicht auf, sie gipfelte bislang allerdings in einem recht speziellem Titel.

A Link to the Past hat mir gezeigt, dass Videospiele mehr sein können als nur Knöpfchen zu drücken. Eine Geschichte zu erzählen und mich als Teil davon zu empfinden sind allerdings eine Sache. Eine gänzlich andere ist, wenn ich komplett in etwas versinken kann, wenn ich alles um mich herum vergesse, nicht mehr ansprechbar bin und mich total verliere. Es gibt nur ein Spiel, welches diesen perfekten Flow, das völlige vergessen der Realität bei mir seit über 10 Jahren auslösen kann: Rez.

16 Rez Liebe

Und doch – erst vor kurzem habe ich es geschafft. Die Original-Version, auf meiner geliebten Dreamcast. Alle 5 Areas, alle Gegner abgeschossen, alle Items gesammelt, alle Bereiche erforscht und Eden gerettet.

„Your skill is legendary. Only you know the real truth.“

Perfect Ending. Über 10 Jahre, meine Liebe, habe ich darauf gewartet, dass du mir das sagst. Ich werde dich noch weitere 10 Jahre retten, versprochen.

 

Dieser Beitrag ist Teil von #gamephilephoto, mein ganz eigenes, kleines Blogprojekt.

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