26 Games – Emotional bekannte Fürsorge

26 Games neg

Genug Winterpause, fast einen Monat nüscht gemacht hier. Ich faule Socke, ich. Zeit, mal wieder hier ein wenig frischen Wind rein zu lassen und, ganz nebenbei, auch ein paar Artikel zu 26 Games nachzureichen. Uhem.

Was hab ich verpasst? 3 Buchstaben. Namentlich das unerwartet emotionale H, das bekannte Y und ein fürsorgliches I. Klingt ja machbar. Bis auf das Y. Fieses Ding. Weil „fies“ bei mir gerne „kurz“ bedeutet und kurze Artikel mit zwei Absätzen eher doof sind, schmeiße ich einfach mal alle Buchstaben ein einen Topf, rühre um, und serviere alles als großes Gericht. Gamingeintopf nach Redmaker-Art, sehr lecker.

Als Basis nehme ich also zuerst das H. Heroisch kam es immer daher, doch dann wurde ich ein wenig vom Beigeschmack überrascht. Das fing schon damit an, dass es eine Zutat vermissen ließ – Halo: Reach kam ohne Master Chief daher.

Gut, das kannte man auch bereits aus ODST, allerdings darf man hier durchaus trotzdem mit einem Supersoldaten durch die Gegend laufen und Aliens in den Hintern treten. Neu allerdings, dass man dabei nicht mehr alleine ist: Reach spielt vor Halo – Combat Evolved, der Planet ist noch nicht gefallen und somit sind auch noch andere Spartans vorhanden, mit welchen ich dann auch als Nobel Six Squad hier meinen Weg gehen darf.

Neu ist allerdings auch, dass die Story hier eine Überraschung vermissen ließ: Reach wird fallen. Damit fing 10 Jahre zuvor der erste Teil der Saga an und vollkommen egal, was ich hier alles erleben sollte – dieses Ende stand bereits fest. Was Bungie allerdings meisterhaft dafür nutzte, hier den emotionalsten Teil der Reihe abzuliefern.

Wenn Supersoldaten ihre Machtlosigkeit eingestehen, wenn trotz aller Bemühungen ganze Städte in Flammen stehen und wenn die vermeintlich Unbesiegbaren einer nach dem anderen aus der Handlung gerissen werden, dann ziehe ich immer wieder meinen Hut. Bungie hat in 10 Jahren Halo gelernt, eine Geschichte auch mal anders zu erzählen, und damit bei mir einen Nerv getroffen. Spätestens, wenn alle bereits fort sind und ich einfach nur versuche, so lange es geht noch zu überleben, quasi als letzte Bastion gegen den übermachtigen Feind, der mich überrollen wird, überrollen muss, dann wirkt bei mir der Gänsehautfaktor immer noch. Das ist schon groß.

Weniger groß ist dagegen eine kleine Schar Menschen. Nun, zumindest wenn ich öfter die Kommentare einiger Leute mitbekommen – Deutschland hat zu wenige Synchronsprecher. Mich stört das in der Tat deutlich weniger. Mein Anspruch ist hier relativ simpel: Ich mag motivierte Stimmen hören. Wenn Iron Man auch Tyler Durden ist kann ich damit leben, solange der Sprecher glaubhaft ist. Was, übrigens, lange Zeit bei Halo wohl nicht so wichtig war, die Synchro der alten Teile ist nämlich überwiegend grauenhaft.

Nachdem ich über die Jahre hinweg dann You Don’t Know Jack dermaßen oft gespielt hatte, dass niemand mehr mit mir zocken wollte, weil ich sowieso JEDE Frage und die passende Antwort kannte, blieb mir halt nur noch das fröhliche Zuhören. Man darf auch mal nur die Freunde ranlassen und die Show genießen, Schadenfreude ist ja durchaus unterhaltsam.

Neben meiner Quiz-Erfahrung bin ich allerdings auch anerkannter Drei ??? – Junkie und musste dann doch irgendwann grinsen. Genauer gesagt: Folge 109, „Gefährliches Quiz“ – den Showmaster kannte ich doch irgendwoher bereits…

Zugegeben, mir fiel es erst nach mehrmaligen Hören dann auf, woher ich diese Stimme denn jetzt nun kannte. Schön allerdings, wenn ein Sprecher dann mal seine diversen Rollen mal Hand in Hand gehen lässt. Überhaupt sollte man sich viel öfter mal an der Hand nehmen. Hat bei Ico nämlich auch super funktioniert.

Auch so einer dieser Titel, der erst mal ordentlich Staub sammeln durfte. Manchmal bin ich auch eher so der Weinkenner unter den Spielern – die Games werden besser mit der Zeit, also wird erst mal eingelagert zum nachreifen.

Ich kann schlecht beurteilen, ob das dem Spiel jetzt gut getan hat. Ich kann allerdings sagen, dass es mir dann, als ich es endlich mal spielte, mehr als nur ein wenig gefallen hat. Ähnlich wie Shadow of the Colossus hat auch dieses Spiel eine einzigartige Atmosphäre. Ist das jedermanns Sache? Vermutlich nicht. Ist es etwas Besonderes? Auf jeden Fall! Ein, wie ich finde, klassischer Fall von „gehört in eine gut sortierte Sammlung“.

Emphatie, das ist so ein Ding, welches man in Games recht selten findet. Zumindest spürbar, Mitleid will in jedem zweiten Titel irgendwer haben. Wenn es sich dabei dann um einen NPC handelt, ist Frust wohl in der Regel die dominante Emotion. Frust, weil die dämliche Ashley (Resident Evil 4) mal wieder in den nächsten Gegner rennt oder mich der verkackte Bill (Left 4 Dead) schon wieder heilen muss.

Anders bei Ico: Yorda ist hilflos. Ja, am Anfang wirkte es frustig. Doch nach kurzer Zeit war ich einfach bemüht, auf sie aufzupassen. Was sollte sie sonst machen? Selbst gegen diese Schattenwesen kämpfen? Selbst ich habe doch Anfangs nur einen Stock. Sie kann nicht alleine auf den Vorsprung da vorne klettern und die Kiste dahinten ist zu schwer, als dass sie sie selber schieben könnte.

Bei Ico darf und muss ich jemanden an die Hand nehmen, weil Yorda ohne mich schlicht keine Chance hätte und ich umgekehrt auch auf sie angewiesen bin. Gemeinsam entkommen oder alleine sterben. Irgendwie schließt das auch passend den Kreis wieder zu Reach: Zusammen sind wir stark, alleine werden wir fallen. Doch gar nicht so wenige Emotionen in Spielen, wie man manchmal denken mag.

 

26 Games ist ein Blogprojekt von Arrcade.

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