Games neg

Was ich bei Spielen mag: Es sind Spiele. Keine hyperrealistischen Simulationen. Wer mich kennt, der weiß, dass man mich mit Fifa & Co. generell sehr effizient verjagen kann. Super Mario, Gears of War, Battlefield – da rockt die Hütte. Die besonderen Lieblinge in meiner Sammlung sind aber eindeutig dann öfter die eher abgedrehten Titel, um welche die Masse (ja, ihr!) einen Bogen machen.

Rez, unglaublich geil. Crazy Taxi, herrlich abgedrehte Arcade-Action. Mirror’s Edge, ungewohnt frisch bei der Generation PS360. Grade ein Entwickler steht bei mir hoch im Kurs, weil sie meinen Geschmack häufiger bedienen: Platinum Games. Mad World, Vanquish oder auch und grade Bayonetta – SO muss ein Spiel sein, damit ich’s geil finde.

Wenn ich etwas also nicht erwartet habe, dann eben sowas auf dem 3DS zu finden. Und auch nicht von Platinum Games. Sondern von… Nintendo. Ja, diese Firma, die ja nur noch Mario, Pokémon und sonst nichts mehr macht. Denkt man. Dabei ist Pit für mich auch ein alter Bekannter, schließlich hab ich auch die alten Kid Icarus – Teile auf dem NES (nur kurz) und dem Gameboy (sehr viel) gezockt. Wer auch immer auf die Idee kam, ausgerechnet den jetzt aus der Versenkung zu holen und dieses Spiel daraus zu zaubern: Danke. Ehrlich. Ich bin bisschen verliebt.

Ich fang mal damit an, was dieses Spiel falsch macht: Wenig bis nichts. Ja, es hat seine Macken. Die Kamera ist definitiv nicht optimal, wenn man die Bodenmissionen bestreitet. Ist das schlimm? Nein, da ich in den Optionen alles noch ein wenig justieren darf und letzten Endes hauptsächlich dadurch verrecke, weil ich wieder zu mutig nach vorne gestürmt bin. Ein kleines, buntes Dark Souls also, immerhin fair.

Ich hatte ohnehin gelesen, dass die Steuerung sehr „verkrampft“ sein soll und für schmerzende Hände sorgt. Kann ich so nicht unterschreiben. Gezielt und umgeschaut wird mit dem Stift + Touchscreen, gelaufen mit dem Stick, Ballern und Kloppen via Schultertaste – für mich optimal. Und auch nicht anders als das, was ich beispielsweise von einem Metroid Prime Hunters schon länger kenne. Ich wüsste tatsächlich nicht, wie man das hier groß besser machen wollte – auch nicht mit zweiten Stick.

Wie oben bereits erwähnt stehe ich ja auf Spiele, die so richtig abgehen. Kid Icarus tut genau das – oben geht die Action rund, und während ich versuche hundert Projektilen auszuweichen, alles in Regenbogenfarben leuchtet und explodiert und die Charaktere nebenbei dann noch fröhlich am rumquatschen sind (mit geilem Humor!), dann kann ich das nur toll finden. Der totale Inputoverflow! Welcher bei mir für einen dicken „NOCH MAL!“ – Faktor sorgt. Ist so’n bisschen wie beim Achterbahnfahren. Die ganze Fahrt über schreit man und weiß gar nicht, was alles gleichzeitig passiert – und hinterher stellt man sich direkt wieder an.

Zugegeben, hier ist teils soviel los, das ich wirklich nicht hinterherkomme und jedes Kapitel 2-3 mal zocken MUSS, damit ich überhaupt verstehe, was die alle von mir wollen. Was allerdings eh nicht verkehrt ist, weil dieses Spiel so dermaßen mit Kram zum freischalten und entdecken vollgestopft ist, das es sich tatsächlich lohnt. Hunderte von Waffen, welche sich von der Spielbarkeit deutlich unterscheiden, Bonusmaterial ohne Ende… Ich werde hier noch sehr, sehr lange vorsitzen.

Was mit sehr gefällt und was ich gerne öfter sehen würde, ist der anpassbare Schwierigkeitsgrad. Jedes Kapitel darf ich frei auf einer Scala von 1-9 einstellen (je höher, je schwerer). Höherer Level heißt natürlich: Mehr und stärkere Gegner sowie dickerer Schaden, allerdings auch mehr Herzen. Diese sind quasi die Währung im Spiel. Der Clou: Spiele ich auf einem höheren Level, bekomme ich mehr Herzen. Sterbe ich, verliere ich allerdings auch mehr, weil ich mit einem gewissen Einsatz wette das Kapitel auch zu schaffen. Alles unterhalb von Rang 2 kostet sogar Herzen – das motiviert, die Kapitel auch mehrfach zu spielen.

Zusätzlich öffnen sich manche Bereiche in den Kapiteln erst ab einem gewissen Rang, dafür gibt’s dort dann natürlich auch gerne die dicken Waffen und Bonuskram zu entdecken. Als wenn das nicht reichen würde, gibt es dann noch den Multiplayer obendrauf.

Ich versuch’s kurz: Hektik mit viel Bunt und einer Prise Arschloch. Oder auch: Toll!

Das übliche Jeder-Gegen-Jeden klammer ich mal aus, sowas gibt es überall. Mir hat’s dann auch direkt der andere Modus angetan: Light VS Dark. Zwei Teams, je drei Mann. Sterbe ich, kostet es mein Team Energie. Waffen sind frei wählbar (auch alles, was im Singleplayer gesammelt wurde und umgekehrt), hier muss man aber beachten: Um so höher der Wert meine Waffe, um so mehr Energie verliert mein Team, wenn ich sterbe. Man sollte also mit seiner Ausrüstung umgehen können. Ist die Energie leer, erscheint Pit im jeweiligen Team. Erst, wenn der dunkle oder helle Pit besiegt wurden, endet die Runde endgültig.

Lange Rede, kurzer Sinn: Seit Bayonetta hat mich kein Spiel mehr auf diesem abgedrehtem Level so sehr gerockt, wie es Kid Icarus: Uprising grade schafft. Schon mal in ein frisch geteiltes Meer zum Seetempel geflogen, nebenbei ein Schwätzchen mit Poseidon gehalten, während um euch gefühlte 20 Regenbögen explodieren? Nein? Solltet ihr ändern – es lohnt sich!

Wenn euch das nicht überzeugt, schaut euch den Bossfight am Ende an. Und wenn ihr dabei nicht grinsen müsst… Na, schlechte Menschen muss es auch geben. Ich geh mal einfach wieder zocken, hab erst rund 20% im Spiel erreicht. Und ich sitz ja erst 3 Tage nonstop davor…

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