52 Games neg

Zu viel Schnee. Zu viel Sonne. Zu viel Regen. Zu viel kein Regen. Zu viel Wolken. Zu viel äh Nebel. Ist Nebel auch Wetter? Egal. Zu viel Wetter!

Wer fleißig bei Twitter & Co. unterwegs ist dürfte regelmäßig den Wetterjammerern begegnen. Kann ich jetzt meistens nur bedingt nachvollziehen. Ein bisschen Regen hält mich nicht vom Skaten ab, Sonne ist toll, Nebel ist so Silent Hill-ig und bei Schnee kann man sich dick anziehen. Natürlich macht es auch Spaß, dem realem Wetter einfach mal mit virtuellem Wetter kontra zu bieten. SSX im Sommer, Skyrim im Winter. Nein, moment… Ach, egal.

Von technisch-bedingtem Wetter des ersten Silent Hill, um die Zeichentiefe der Grafik zu kaschieren, bis zu der sonnendurchfluteten Wüste eines Journey ist es zugegeben ein gar nicht mal so kurzer Weg gewesen. Wetter war und ist häufig auch ein Mittel, Atmosphäre zu erzeugen, wie beispielsweise bei Heavy Rain. Andererseits scheint Wetter mit steigenden Ansprüchen auch immer öfter einfach mal auszufallen, anders kann ich mir reine Schönwetterraser wie Forza nicht erklären. 20 Wetteroptionen bei so ziemlich jedem altem Racer, anyone?

Ein Wetterchen der kräftigen Art hat es mir nun besonders angetan. Dieser Sturm ist sogar so gut gelungen, dass gleich das ganze Kapitel in Left 4 Dead 2 danach benannt wurde: Hard Rain.

Was macht das jetzt so einzigartig, dass es mir hier einfällt? Nun, ganz einfach: Das Kapitel versinkt buchstäblich in den Fluten. Nein, hier erwarten einen nicht die herrlichen Wassereffekte eines Uncharted, ist auch nicht nötig. Dafür zieht sich mit jedem Abschnitt der Himmel mehr und mehr zu, es beginnt zu regnen, aus den paar Tropfen wird ein dicker Schauer, aus dem Schauer wird ein ausgewachsener Sturm.

Und ich mittendrin. Zombies überall. Tanks, Smoker, Boomer und wie sie alle heißen. Sichtweite? Ach, wird überbewertet, 2 Meter müssen reichen! Schrotflinte im Anschlag, auf geht’s!

Als ich dieses Kapitel zum ersten mal gemeinsam mit einem Kumpel bestritt waren wir beide wirklich sehr beeindruckt von dieser virtuellen Naturgewalt. Insbesondere mit aufgedrehter Anlage, selten habe ich einen künstlichen Wolkenbruch so krass, drastisch, konsequent und umbarmherzig emfpunden wie hier.

Und wer dann denkt, dem wäre schon genug – nun, der hat das Kapitel noch nicht gespielt. Ich rechne noch mal vor: Sichtweite 2 Meter. Zombies. Viele Zombies. Und die Witch. Ach nein, dass ist ja das Tolle – auf dem Rückweg sieht man nicht nur kaum was, es tummeln sich auch noch DUTZENDE der niedlichen Witches in dem Areal. Einem engen, schlauchigen Areal.

„Alter, ALTER, ich hör eine, direkt vor mir!“ – „Halt’s Maul, ich hab auch eine hinter mir, geh man, geh!“ – „Ich kann nichAAA! DA LINKS IS AUCH EINE!“ – „LAUF VERDAMMT, LAUF!“

Apokalypse scheint besonders gut im Regen zu funktionieren. Unser Adrenalinpegel stimmt dieser These jedenfalls freudig zu.

52 Games ist ein Blogprojekt von Zockwork Orange.

Advertisements