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Ah, kunterbunte Spielewelt! Was wäre ein Okami ohne seine leuchtend-blühenden Landschaften? Wie spielten sich die musikalischen Ballereien eines Child of Eden ohne das grelle Farbenmeer? Und wie würden sich die endlosen Schlachten eines Battlefield 3 spielen, wenn ich nicht Freund und Feind an ihrer jeweils farblich-passenden Markierung erkennen würde?

Nun, die Frage ist nun tatsächlich ernst gemeint. Wie würde es sich denn spielen? Die Antwort ist simpel: Schwer bis unspielbar.

Ein nicht grade kleiner Anteil der Bevölkerung leidet unter einer Farbsehschwäche. Ein Thema, auf das ich vor allem durch meinen Broadcastbuddy Naxed aufmerksam geworden bin. Ich selber habe dieses Problem nicht, nur durfte ich ihm zusehen wie er Child of Eden spielte. Was für mich ein Erlebnis zum genießen ist, stellte für ihn eine Hürde dar – einige Gegner können nur mit dem Sekundärschuss besiegt werden. Diese Gegner sind farblich anders markiert – für ihn ist das nicht sichtbar. In diesem Moment wird aus einem, für mich entspannten, Erlebnis ein großer Frustmoment. Immerhin: Man erkennt diese Gegner bei Child of Eden auch am anders klingenden Sound, insofern ist das noch „machbar“, wenn auch etwas schwerer als für mich.

Heftiger wirkt sich so etwas dann beispielsweise bei Battlefield 3 aus. Caspian Border ist ein sehr schönes Beispiel, wo diese ‚Behinderung‘ dann wirklich für eine quasi Unspielbarkeit sorgt. Wogende Bäume, überall Grasbüscheln, schöner Schattenwurf. Orangenes Team gegen Blaues Team. Wenn die Farben Blau und Grün und für euch effektiv gleich aussehen – nun, ihr könnt euch euren Teil denken. Ein einziges Grau in Grau.

Ein einfacher Test für jedermann: Spiel doch mal eine Runde Battlefield online. Dabei stellt ihr an eurem Tv allerdings die Farben aus. Schwarz-Weiß. Ich bin gespannt, wie sich das alles für euch darstellen wird. Wenn ihr Freund und Feind nicht mehr eindeutig voneinander unterscheiden könnt wird das Überleben teilweise zum Glücksspiel. Damit solltet ihr immerhin einen Eindruck bekommen, wie sich das eben für jemanden spielt, der unter einer Farbsehschwäche leidet.

Dabei wäre es nicht mal so schwer, das Problem zu umgehen. Einfach mal ein anderes Symbol auf der Karte und über den Köpfen von Gegnern und Verbündeten verwenden – Problem gelöst. So weit scheinen einige Entwickler allerdings nicht mitzudenken. Schade, ein wirklich nicht kleiner Teil der Gamer steht hier also vor einer großen Hürde. Bleibt zu hoffen, dass sich hier langfristig etwas ändern. Alleine schon, damit ich auch meinen Broadcastbuddy mal eine Runde durch den Wald jagen kann…

52 ist ein Blogprojekt von Zockwork Orange.

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