52 Games neg

Die Luft ist noch ganz rauchig von dem Mörserbeschuss. Ich kriege von den Schreien neben mir kaum etwas mit, vom Lärm des Einschlages noch halb taub hetze ich in die nächste Deckung. Deckung… eine trügerische Sicherheit, hier hinter einer Holzkiste zu sitzen. Eine Granate reicht und meine Deckung ist nicht mehr. Egal, für den Moment muss es reichen.

Der Moment hält nur sehr kurz an, „Sniper, hinten am Rohbau!“ höre ich jemanden rufen – der Schuss schlägt neben mir ein. Ich drehe mich um, ziele nur grob und feuere eine Rauchgranate ab. Erst mal die Sicht vernebeln, dann weiter zu dem Betonpfeiler vor mir – Stein und Stahl sollten wohl länger halten als Holz.

Die Taktik scheint aufzugehen, Sekundenlang nichts. Dann, nur ein paar Meter neben mir, geht einer meiner Kameraden zu Boden. Ich schaue um meine Deckung, lege an – Treffer! Kopfschuss, der Sniper wäre erledigt. Jetzt schnell rüber, die Ausrüstung meines gefallenen Mitstreiters aufgesammelt, Defibrilator raus, wiederbeleben. Hoffentlich kommt er mit meiner Waffe klar.

Ein Stück weiter legt ein Kollege grade Panzerabwehrminen aus. Kann nie schaden, zumal man bereits das dumpfe Geräusch anrollender Panzerketten hört. Genau im richtigen Moment also mitgedacht, so muss das. Doch viel braucht es nicht mehr, diese Schlacht ist für uns gewonnen.

Nur gefühlte Minuten später schlagen wir uns durch den Schnee. Die Kälte hält niemanden auf, unsere Truppen stürmen voran. Was uns jedoch aufhält, sind einige Scharfschützen. Ich husche von Deckung zu Deckung, während mein Kollege, ein Sanitäter, dicht hinter mir bleibt. Auf dem Weg versorge ich noch ein paar andere Soldaten mit Munition, unsere beiden Pioniere decken solange den Hügel, auf dem die feindlichen Scharfschützen positioniert sind, mit Raketen ein.

Kurz vor der gegnerischen Stellung kommt Panik auf – ein Panzer bricht vor uns durch den Wall aus Sandsäcken. Ein paar Sekunden und drei gut platzierte C4-Ladungen später hat sich das allerdings auch erledigt. Trotz massivem Beschuss schlagen wir die Truppen des Gegners zurück und nehmen Flaggenpunkt Alpha erfolgreich ein.

Wieder einige Minuten später weht uns feiner Wüstenwind in’s Gesicht. Vor lauter Sand in der Luft fällt es schwer, ein Ziel auszumachen. Das Rotorengeräusch eine Helilopters in der Nähe sorgt nicht grade für weniger Adrenalin. Nur Sekunden, nachdem wir das Geräusch hören, bricht auch bereits die Hölle los.

Zwei Panzer fahren vor uns auf, der feindliche Heli deckt uns mit Raketen ein.  Einer unserer Panzer zerbirst im Hintergrund, der zweite schafft es allerdings, uns den nötigen Platz zu verschaffen. Auf beiden Seiten sind hohe Verluste zu verzeichnen – zum Glück haben wir genug Sanitäter in den eigenen Reihen.

Auch diese Schlacht wird knapp 15 Minuten später von uns siegreich geschlagen. Bei Battlefield – Bad Company 2 ist jeder Moment etwas besonderes, jede Runde auf’s neue einzigartig. Gebäude brechen zusammen, Truppen wechseln, Soldaten werden zu Sanitätern, Scharfschützen zu Pionieren und umgekehrt, alles bleibt dynamisch und somit nie langweilig.

Was das jetzt alles mit Hygiene zu tun hat? Nun, so ein durchschnittlicher Bad Company – Abend dauert gerne mal drei Stunden oder länger. Einfache Mathematik: 3 Stunden spielen, je Runde zwischen 10-15 Minuten Spielzeit, kurze Ladepause mit jeweils knapp 1-2 Minuten dazwischen. Ladepause = Pinkelpause.

Headset abrupfen, zum Klo rennen, pinkeln, Hände waschen (man ist ja anständig!), wieder zurück zur Couch, Headset auf, Pad in die Hand, weiter geht’s – Zeitmanagment beim Onlinegamingklogang. Wenn das nichts mit Hygiene zu tun hat…

Diese Verdrehung von Gedanken eines Themas wurde im Rahmen des Blogprojekts 52 Games produziert, ausgerufen von Zockwork Orange. Danke dafür.

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