52 Games neg

Eine meiner Lieblingsszenen aus dem Film „Sieben“ ist die, wo der Chief in dem großen Büro an irgendjemandes Schreibtisch sitzt, das Telefon klingelt ununterbrochen und nervt, bis er rangeht. „Wer ruft mich hier eigentlich an?!“ Und dann legt er wieder auf. Großartig.

Das bringt die Essenz von Telefonen in Spielen für mich dann schon sehr gut auf den Punkt – die nerven. Mal ehrlich, wann nerven Telefone mal nicht in Games? Klar, die stundenlangen Dialoge sind interessant bei Metal Gear Solid, trotzdem unterbrechen die den Spielfluss. Oder bei Gears, wenn sich die Jungs ständig ans Ohr packen, weil sie mit irgendwem quatschen müssen, und ich nur noch gemütlich schlendern darf. Oder bei GTA 4, wenn mich STÄNDIG wer anruft. Nein, ich will NICHT bowlen gehen!

In Zeiten der allgegenwärtigen Smartphones sind Telefone also auch in Spielen etwas, was man häufiger zu Gesicht bekommt. Mal mehr, mal weniger gut eingesetzt. Du brauchst eine Map? Schau auf’s Handy. Der nächste Zielpunkt? Steht auf dem Display. Du suchst das Warenlager Nummer 8? Einfach mal das Telefon in Shenmue benutzen. Ok, letzteres Beispiel ist jetzt doch etwas älter. Jedenfalls gibt es nicht nur nervige Telefone in Spielen, sie können auch einen durchaus praktischen Mehrwert haben.

Doch wie schaut es Abseits davon aus? Die Antwort lautet nun: Angst.

Wie wir bereits in Scream gelernt haben, sind Telefone durchaus ein wunderbares Mittel, um Schrecken zu verbreiten. Meisterhaft versteht dies auch die Spielereihe Silent Hill. Zuletzt geschockt hat mich dort insbesondere Shattered Memories.

Natürlich gab es auch im Original bereits die herrlichen Anrufe mit der verschwundenen Tochter. Klar, dieses „Daddy, daddy, where are you?“ war auch damals schon Gänsehautfördernd. Was macht das Remake nun also so anders? Ganz einfach: Es nutzt die gegebene Technik.

Da laufe ich also dezent verunsichert durch die verschneite Gegend, komme an diesen Spielplatz an – und die Wiimote vibriert und klingelt. Huch. Telefon? Mal rangehen. „Daddy..? Daddy, is that you…? Where are you..? I’m scared…“

Danke, ich jetzt auch. Eine krächzende Kinderstimme direkt in meiner Hand. SO muss man das machen, liebe Entwickler. Nach knapp 10 Jahren Silent Hill flog also abermals ein Pad in die Ecke und ich zur Konsole. Aus. Einfach aus. Und Disney an. Vielen Dank.

52 Games ist ein Blogprojekt von Zockwork Orange.

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