52 Games – Rätsel

52 Games neg

Warum? Wieso machen die das? Kaum hab ich 1-2 Artikel geschrieben, kommen die Leute da von Zockwork Orange mit einem neuen Thema um die Ecke und ich ärger mich, weil ich jetzt schon wieder über ein Spiel geschrieben habe, was hier so gut gepasst hätte. Rätsel, Secret of Mana, das Rubindiadem. Ach, ihr hasst mich doch. Gut, schreib ich also nicht über das mysteriöse Item, was kaum einer je zu Gesicht bekommen hat, und such mir was anderes aus. Auswahl gibt’s ja zu genüge.

Rätsel also. Mmh. Rätsel sind eines der Elemente, die ja auch fast überall vorkommen. Irgendwelche Geheimnisse birgt jedes Spiel, sei es jetzt diverse versteckte Truhen oder blutige Pianotasten, die es in der richtigen Reihenfolge zu drücken gibt. Gerne auch mit viel kryptischen Texten verschlüsselt, die erstmal verstanden werden wollen. Ja, ich meine dich, Silent Hill. Fliegende Vögel und so, du mieses Ding, das war echt mal komplex!

Aber abseits des normalen Spielflusses gibt es auch noch genügend Kopfnüsse. Warum muss jetzt ausgerechnet kurz vor dem Bosskampf noch mal da dieser miese Standartgegner kommen, der mich halb umbringt? Wieso soll ich doof hin und her laufen, um irgendwelche Briefe / Tauben / Medailen / wasauchimemr einzusammeln, wo doch der Rest des Spiels so viel Spaß macht? Und wer kam eigentlich auf die bescheurte Idee, den Missionsmodus aus Soul Calibur zu streichen? Ach, anscheinend können die Entwickler selbst auch oft ein Rätsel sein.

Und dann gibt es da noch diese eine Sorte Spiel. Das kann ich jetzt nicht mal auf ein Genre eingrenzen. Wenn ich müsste, wäre es wohl am ehesten „experimentell“. Spiele, die eigentlich gar keine sind, zumindest nicht im klassischen Sinne.

Erst vor kurzem bin ich zum Beispiel auf Kyoto aufmerksam geworden*. Ein wirklich interessantes kleines Stück Software, fast schon meditativ, und doch – wenig Spiel. Was ich persönlich jetzt nicht schlimm finde, solche Sachen dürfen auch einfach mal nur hübsch sein.

Ich erinnere mich noch gut, wie ich meiner Mutter mal meinen DS in die Hand drückte, zusammen mit Elektroplankton. Und siehe da: Meine, dem Videospiel sonst so abgeneigte Mutter, war davon erstmal eine kleine Weile nicht wegzubekommen. Kringelchen machen, die toll klingen, klatschen, damit die kleinen Wuseltierchen in Formation schwimmen, und Symbole antippen, damit eine Melodie erklingt – experimentell eben. Allerdings eben deswegen etwas, was zum, wer hätte es gedacht, experimentieren einlädt.

Und so saß ich dann neulich mal wieder hier und spielte Flow. Nein, leider nicht die wirklich hübsche Fassung auf der PS3, nur die Flash-Variante. Und dort schwimme ich dann so durch die Gegend, ess hier ein paar kleine Einzeller, werde selbst ein wenig angeknabbert, komme Stück für Stück weiter. Währenddessen sitzt nun dieser Kumpel hinter mir. Eigentlich zockt der grade selbst, aber er schaut doch immer wieder rüber. Irgendwann kommt dann die unvermeidliche Frage: „Was spielst du da überhaupt?“

Wer jetzt denkt, das wäre schon das Rätsel, der liegt falsch. Meine Antwort an ihn lautete schlicht „Flow“. Das wiederum brachte mir knapp 1-2 Minuten Spielzeit. Dann kam die logische Feststellung durch seine Beobachtung aus dem Hintergrund: „Du weißt schon, dass das komplett sinnlos ist was du da machst, oder?“

Und damit kommen wir also zum Kern der Sache. Sinnlos, ja. Nur: Wie viel mehr Sinn macht denn jedes andere Spiel? Mmh? Na, eben, auch nicht mehr. Daher habe ich auch passend gesagt: „Seit wann muss denn ein Spiel immer einen offensichtlichen Sinn haben?“

Das Ende vom Lied: Kurz danach räumte ich meinen Platz und schaute jemanden dabei zu, wie er einen kleinen Einzeller über den Bildschirm bewegte. Ob mein Kumpel für sich einen Sinn hinter Flow entdecken konnte? Das wird wohl ein Rätsel bleiben.

*Für Kyoto möchte ich mal Danke sagen an Polygonien, der dieses wundervolle Experimentellspielchen ausgegraben hat – mittlerweile habe ich da so einige sinnlos-tolle Stunden mit verbracht. Danke!

52 Games ist ein Blogprojekt von Zockwork Orange.

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2 Gedanken zu “52 Games – Rätsel

    • Vielleicht werden es ja auch durch meinen Artikel hier noch mal 1-2 mehr, Kyoto hätte es verdient. Ist zwar leider recht kurz, dafür mach ich’s immer mal wieder an. Also bei meinem Geschmack hast du damit jedenfalls voll in’s Schwarze getroffen. 🙂

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