52 Games neg

Oh weh, jetzt wird es melancholisch im Blog. Wer kennt es nicht, dieser schmerzliche Moment des Verlustes. Dieser Moment, wo man seine kleine Geschwister verprügeln muss, weil grade der 200-Stunden – Spielstand von Pokémon gelöscht wurde. Nein, Moment – das war eine andere Emotion. Arschloch-Laune ist auch eine Emotion, oder…?

Verlust trifft es trotzdem auf den Punkt. Schon recht früh in meiner Spielerlaufbahn durfte ich erleben, dass Games mehr können als nur unterhalten.

Ein Spiel, wenn meisterlich geschaffen, versteht es, mich in seinen Bann zu ziehen. Es lässt mich eine Welt erleben, die ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht ausmalen hätte können und füllt diese mit Charakteren, welche ich auf ihren Abenteuern gerne begleite. Das Spiel erzählt mir Geschichten, Geschichten aus dieser Welt und von den Personen in ihr. Geschichten, die dafür sorgen, dass mir diese Figuren ans Herz wachsen und ich auch ein Teil dieser Welt werde. Ok, Minecraft vielleicht weniger, aber das ist ein anderes Thema.

Sagen wir, ich habe da eine Truppe aus Helden. Willkürlich hat das Schicksal sie zusammengeworfen. Sie wollten nie Held sein, sie hatten schlicht keine andere Wahl. Trotz ihrer anfänglichen Skepsis schaffen sie es, sich zu einem tollen Team zu entwickeln. Jeder verlässt sich auf den anderen und seine Fähigkeiten. Jeder ist einzigartig auf seine Weise, doch nur gemeinsam werden sie das Ende der Reise erleben. Zu dritt sind sie es, die das Schicksal der Welt entscheiden werden – kämpfen, oder mit ihr untergehen.

Und so begebe ich mich mit auf diese Odysee. Ich bin dabei, wenn der Fluch von einem Dorf genommen wird. Nehme Teil, wie ein ganzes Königreich versucht, das Böse zurückzuschlagen. Ich trainiere, ich sammle – mehr und mehr lernen die Helden, die nie welche sein wollten, mehr und mehr will ich das Ende dieser Geschichte erleben.

Irgendwann ist der Moment da – der Mana Drache! Ein langer Kampf, doch wir sind vorbereitet. Wir geben alles, was wir haben. Am Ende reicht es nicht. Die Koboldin tut also das einzige, was bleibt – sie opfert ihre Kraft. Das letzte Stück geschaft, der Kampf ist vorbei. Die Welt ist gerettet. Der Junge und das Mädchen stehen da, schauen zum Horizont. Der Mana Drache hat sich in Schnee verwandelt, leise fällt er auf das Land. Die Reise ist vorbei.

Die Koboldin ist nicht mehr. Ohne sie, ohne das was sie tat, wäre jetzt nichts mehr. Die Welt von Secret of Mana wäre untergegangen. Was bleibt, ist der Geist eines kleinen Koboldmädchens. Zuletzt sehe ich, wie sie nachts unter dem Sternenhimmel sitzt. The End. Nein, alles ist gut. Mir ist da wohl was ins Auge gekommen.

52 Games ist ein Blogprojekt von Zockwork Orange.

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