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Zelda. Immer wieder ein Highlight für mich, diese Spiele begleiten mich ja bereits seit meinen Anfängen als Zocker. Anno ’92, erste eigene Konsole: Das Super Nintendo. Direkt mit Super Mario World und Super Mario Kart gekauft. Dann, kurz danach, mein erster eigener Kauf ohne Mutti: Street Fighter II! Und damit war ich dann der King in der Schule – das hatte sich sonst keiner kaufen dürfen. Doch wirklich verliebt in Games habe ich mich erstmals dann mit Zelda – A Link to the Past. Ich denke, vielen von euch dürfte das sehr ähnlich gehen. Atmosphäre, Story, Musik – ja, ich war eindeutig auf Wolke 7. Seit dem hat Zelda bei mir immer einen besonderen Stellenwert, weswegen ich auch effektiv aktuell nur zwei Teile der Reihe (noch) vermisse – Spirit Tracks und Skyward Sword. Ansonsten besitze ich alle erschienenen Zelda – Teile. Das heißt, bis auf… Nein, über diese Ableger für die Phillips-Konsole hüllen wir einfach mal einvernehmlich den Mantel des Schweigens.

Twilight Princess war eines der Spiele, auf die ich zur GameCube – Zeit lange gewartet habe. Die Wii – Version besitze ich nicht, wird vielleicht mal irgendwann nachgeholt. Damals, zum Release, kam ich dann auch überhaupt nicht mehr vom GameCube weg. Jetzt, nach doch bereits so einigen Jahren, habe ich es also mal wieder komplett durchgespielt. Ich muss zugeben: Ich bin überrascht, wie zwiegespalten ich mittlerweile dann doch von diesem Spiel bin.

Generell stelle ich gleich zu Anfang mal fest, dass Twilight Princess ohne Frage nach wie vor für mich eines der großartigsten Spiele ist, die ich bisher erleben durfte. Grade wenn es um die Geschichte geht, erzählt Nintendo hier erstmals so unglaublich viel „mehr“, als man es bisher gewohnt war. Auch und grade durch die Charaktere gibt es hier viele Dialoge und Momente, welche ich gerne immer wieder erlebe. Die mangelnde Sprachausgabe, welche immer wieder kritisiert wird, stört mich dabei nach wie vor wenig. Das ist ein Zelda, das brauch kein gesprochenes Wort. Nicht, solange dieses Fantasiegebrabbel, was zum Text kommt, einfach so sehr passt. Ist für mich einfach ein Teil dieser Welt – diese Sprache verstehe ich halt nicht und bekomme nur die Übersetzung, kann ich mit leben. Übrigens ein Punkt, der erstaunlicherweise beim Livestreams dann nur einmal kurz ein Thema war. Die meisten stimmen dort anscheinend tatsächlich zu, das ist wohl etwas, was hartgesottene Zelda-Fans einfach nicht wirklich brauchen oder erwarten von dieser Serie.

Was auffiel, war die Spielwelt. Diese ist unglaublich groß, wobei ich hier den Wechsel der verschiedenen Gebiete als angenehm natürlich empfinde. Wo bei Ocarina of Time noch ein harter Schnitt von einem Bereich zum nächsten erfolgt, wirkt hier alles mehr wie aus einem Guss. Es kommt nicht an moderne Titel wie Skyrim mit seiner nahtlosen Welt heran, aber grade für das Alter des Titels durchaus wirklich hübsch gemacht. Generell ist „Größe“ etwas, wovon dieser Zelda – Teil wirklich lebt, denn auch die Tempel sind nicht grade die kleinsten. Was allerdings dann auch direkt einer der Punkte ist, weswegen ich trotz all des Lobes eben zwiegespalten bin – es ist manchmal zu groß. Alleine die Räume in den einzelnen Tempeln sind so verflucht groß, ich brauchte je Tempel gut mal 2 Stunden. Nicht, weil die Rätsel oder die Gegner dermaßen schwer waren, sondern einfach weil ich aufgrund der Skalierung so lange Laufwege hatte. Beeindruckend auf der einen Seite, störend allerdings für einen flotten Spielfluss. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur verwöhnt (oder verdorben?) von moderneren Spielen, welche alle zwei Sekunden einen Checkpoint liefern und mich mit „follow him“ – Hinweisen schnell durch die Handlung scheuchen. Wer Twilight Princess durchspielen will, sollte auf jeden Fall Zeit mitbringen.

Passend noch zur Größe der Welt fällt mir da ein, dass man Epona hier, im Gegensatz zu Ocarina of Time, direkt von Anfang an nutzen darf. Mehrfach in der Handlung ist das stolze Pferd zwar nicht verfügbar, generell steht sie allerdings immer bereit und erleichtert so natürlich die Fortbewegung ungemein. Insbesondere bevor man an den Punkt kommt, wo man sich ganz einfach zu verschiedenen Stellen teleportieren kann. Dagegen etwas unverständlich ist mir, warum man dann das Pferd nicht von Anfang an auch einfach rufen kann. Es gibt zwar wild wachsende Gräser, womit Epona durch pfeifen gerufen werden kann, das passende Item für’s Inventar, eine Flöte, bekommt man allerdings erst im letzten Spielviertel. Das hätte ruhig früher passieren dürfen. Immerhin, neben Epona darf dann ab und an noch ein Wildschwein als alternatives Reittier genutzt werden.

[youtube http://youtu.be/o2v_3G6E4oo]

Items sind ein gutes Stichwort. Einige neue Ideen sind hier zu finden, welche auf dem ersten Blick durchaus ungewohnt wirken, als Beispiel sei hier der Zahnrad-Kreisel genannt. Mit diesem ist es möglich, quasi wie auf Schienen an verschiedenen Orten an Wänden entlangzufahren oder auf Treibsand entlangzugleiten. Wie gesagt, ungewohnt, fügt sich allerdings wirklich stimmig in das Gesamtbild ein. Viele alte Bekannte haben dafür erweiterte Möglichkeiten spendiert bekommen. So wird mit dem Sturmbumerang, wer hätte es gedacht, auch Wind erzeugt, und für den Enterhaken findet sich später eine Erweiterung zum Doppelhaken.

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Von den Mängeln abgesehen war es für mich tatsächlich einfach schön, dieses Spiel mal wieder komplett zu erleben. Ich hatte es, seit diesem ersten Durchgang, zwar mehrfach angefangen, aber eben nie beendet. Mal wieder ein schönes Beispiel, wie dann die Motivation von aussen (in Form von Leuten, welche dich anstacheln doch BITTE weiterzuspielen) dann eben der Antrieb sein können – vielen Dank an alle jene, die zugeschaut hatten. So macht dieses ganze Community-Interaktions-Kacke dann doch auch richtig Spaß. Vor allem, nach dem ich es dann endlich auch geschafft habe, die Drillhöhle zu meistern. Das ist mir damals nämlich auch nicht gelungen.

Simples Fazit dieses, gar nicht mal so kurzen, Marathons lautet also: Spielen! Ernsthaft! Es hat seine Schwächen, es hat seine Länge, ja. Grade atmosphärisch gibt es allerdings selbst bei Spielen neueren Datums wenige, welche mich so sehr in ihren Bann zu ziehen verstehen.

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