52 Games – Mut

52 Games neg

Neue Woche, neues Thema. Dieses mal also „Mut“. Tja. Was soll ich da jetzt schreiben. Über Resident Evil, Dead Space? Ne, danke. Das kann ja jeder. Dieses mal werd ich nicht über ein spezielles Spiel reden.

Was ist denn eigentlich Mut? Etwas zu wagen, wovor man Angst hat. Eine Hürde zu überschreiten, welche nicht einfach zu nehmen ist. Eine Sache tun, die nicht jeder machen würde oder kann. Also, was ist Mut für einen Gamer?

Mut ist nicht, die Prinzessin bei Super Mario zu retten. Auch nicht, den Pyramidenkopf bei Silent Hill zur Strecke zu bringen. Ebenso wenig ist es Mut, der uns dazu bringt, vor dem Panzer in Battlefield 3 mit dem Raketenwerfen stehen zu bleiben. Mut ist nicht, ohne zu speichern Resident Evil durchzuspielen, nur drei Herzteile bei Zelda zu sammeln oder Call of Duty auf Hardcore zu zocken.

Das alles hat mit Mut mal so überhaupt nichts zu tun. Nur weil ich bei Silent Hill Panik bekomme, heißt das nicht, das ich mutig sein muss um es zu spielen. Das ist wie Achterbahnfahren – ich schreie wie blöde, aber hinterher will ich noch mal fahren.

Wenn also die Überwindung der Angst, die Rettung der Welt und der höchste Schwierigkeitsgrad keinen Mut erfordern – was dann?

Mut ist, wenn ich die Wii mag. Mut ist, Just Dance mit Kinect zu spielen. Mut ist, Animal Crossing toll zu finden. Mut ist, sich nicht jeden Download sofort zu gönnen, obwohl alle Freunde fleißig auf neuen Maps zocken. Mut ist, den neuen Dante im neuen Devil May Cry nicht zu hassen. Mut ist, Final Fantasy 13 für ein Highlight der Serie zu halten. Mut ist, auf HD zu verzichten. Und Mut ist auch, sich Flirtgewitter zu kaufen.

Gamer sind auch nur Schränke. Voll mit Schubladen. Aber wehe, du steckst in der falschen – haters gonna hate.

Als Gamer mutig sein, das heißt vor allem sich gegen die Masse zu stellen. Das heißt für mich, die Wii zu mögen und Casual Games zu spielen. Das heißt auch, Final Fantasy 13 großartig zu finden und sich auf das neue Devil May Cry zu freuen. Und all die anderen Sachen auch. Ok, bis auf Just Dance, ich hab (noch) kein Kinect. Aber hey, ich hab dieses komische Tanzspiel für EyeToy auf er PS2 echt gemocht!

Mein Fell ist dick genug. Ich hab über die Jahre zuviele Diskussionen über zuviele Spiele führen müssen und warum ich die jetzt toll fand – oder eben nicht toll fand. Ich weiß, das ich einfach meinen Spaß habe mit den Sachen, die mir gefallen. Das ist mutig – Mainstream ist nämlich viel einfacher, leichter, weniger gefährlich. Insbesondere, wenn du dann noch bloggst, twitterst, eine eigene Fanseite bei Facebook hast und einen Livestream hast. Irgendwer wird immer irgendwas scheisse finden und dir das auch in allen Regenbogenfarben mies machen wollen.

Also höre ich nicht auf, mutig allen zu erklären warum ich all die Dinge mag – oder auch nicht. Haters gonna… na ihr wisst schon. Also seid mutig und spielt weiter Call of Duty. Oder Sims. Animal Crossing. Kinect und Wii. Scheißt auf Schubladen und werft einen Blick über den Tellerrand. Unser Hobby ist verdammt vielfältig. Sollen die anderen rummotzen, ich hab meinen Spaß. 😉

52 Games ist ein Blogprojekt von Zockwork Orange.

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8 Gedanken zu “52 Games – Mut

  1. Ein schöner Text für die individuelle Freiheit des Gamers! Ist schon nicht immer einfach, den Zeitgeist Zeitgeist sein zu lassen und sein Ding durchzuziehen – und dazu auch zu stehen. Ist ein mutiger Text von dir, vor allem wegen dem Bekenntnis zur Wii! 😉

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    • Mir kann einfach keiner erzählen, das ein Super Mario Galaxy, Metroid Other M oder ein Last Story faktisch keine guten Spiele wäre – das wäre gelogen. Trotzdem kann ich ja auch Battlefield 3 spielen. Und auch, wenn mein Geschmack da anders gelagert ist, kann ich einem Call of Duty seine Qualitäten nicht absprechen.
      Ich sehe bei der Wii vor allem eine Sache: meine Mutter konnte noch nie mit Videospielen etwas anfangen. Seit meiner ersten Konsole, dem Snes, war das immer „nur Spielzeug“. Und dank der Wii haben wir zusammen Golf gespielt. Was will ich denn mehr, als das meine Mum endlich versteht warum mir das so gefällt? 😉

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  2. Wobei es bei Titeln wie CoD oder den Sims wohl mehr Fans als Hater gibt. Würde das also nur bedingt als mutig bezeichnen, aber in jedem Fall stimmt es, dass man einfach das spielen sollte, was einem Spaß macht, denn nur darum gehts bei Videospielen. Muss jedoch zugeben, dass ich auch gelegentlich zum „haten“ neige (gerade bei CoD), aber das lässt sich eben nicht vermeiden, wenn das Hobby auch Leidenschaft ist.

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    • Unser Hobby wäre ohne unsere Leidenschaft auch nur halb so spaßig, da gebe ich dir recht. Was vielen allerdings oft fehlt, ist eine nötige Fairness. Nur, weil ich etwas großartig finde, muss der Rest der Welt ja nicht genau so denken.
      Da liegt dann auch der kleine, aber feine Unterschied zwischen den „hatern“ und denen, die eine (begründete) Meinung haben und einen anderen Geschmack dann auch tollerieren können.

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  3. Um zum Thema zurück zu kommen muss ich sagen das ich deinen ganzes posting mutig finde. Dennoch finde ich es gut das du es geschrieben hast, zumal sich die Kernaussage, auch andere Meinungen zu akzeptieren auf alles im Leben übertragen lässt. Ich stehe zu meiner Wii, zu Animal Crossing Wild World und zu allem anderem was ich so spiele und ich bin zum Beispiel stolz darauf sagen zu können „ich habe mich nicht dem Wow Hype angeschlossen“. Natürlich gibt es auch Spiele und Genres mit denen ich nichts anfangen kann aber deswegen rede ich sie niemandem aus jeder soll sich ein eigenes Bild machen 😉 Ich finde deinen Beitrag wirklich mutig und absolut gelungen.

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