52 Games – Zeit

52 Games neg

Wie die Zeit so vergeht, da sind wir schon bei Thema 14 angelangt. Diesmal also Zeit. Da habe ich diesmal einen Titel, welcher auf den ersten Blick so offensichtlich erscheint – allerdings habe ich ihn nicht wegen des Gameplays ausgewählt.

Zelda – Ocarina of Time

Ich weiß ja nicht wie das so bei euch war. Ich hab ’ne Menge Geld zur Seite legen müssen, damals, good old days, und dann stand da irgendwann dann mein N64.  Ich hatte viel Spaß mit Mario 64, oh, wie unglaublich viel Spaß ich damit hatte. Mein Stiefvater und ich habe Wochen, Monate, Jahre Mario Kart 64 gespielt, uns um jede Sekunde geprügelt. Ich war Fanboy allererster Güte, da konnten die anderen ihren Spaß mit Lara und Crash und Raziel und wiesieallehießen haben, ich war glücklich im Nintendoland. Und dann kam endlich, nach gefühlten Jahrhunderten des Wartens und unzähligen Verschiebungen, Zelda – Ocarina of Time.

Kennt ihr das? Ihr spielt ein Spiel und vergesst einfach mal alles um euch herum? Diese virtuelle Welt, die euch so unglaublich nah, so vertraut vorkommt? Wo ihr durch einen Wald aus Polygonen lauft und den Duft fast riechen könnt, so sehr zieht euch alles in den Bann? Wenn ihr einfach mal stehenbleibt, euch eine einzelne Blume anschaut um die ein Schmetterling seine Kreise zieht? Wo ihr einfach den Sonnenuntergang genießt, euch auf den perfekten Fleck auf eurem perfekten Hügel in der Steppe stellt, und nichts macht ausser das alles in euch aufzusaugen? Als wäre dies der letzte Tag eines langen Urlaubes, und ihr spürt bereits die bittere Realität nach euch greifen?

Wo jeder Ort, jede Person einfach perfekt zusammen gehören? Wo jeder Stein und selbst jeder Busch genau dort sind, wo sie sein müssen? Wo ein großer Einklang herrscht, alles ein Teil eines großen Ganzen ist? Wo selbst das, was euch feindlich gesonnen ist, so sehr in das Gesamtbild passt, das ihr auch dafür euren Respekt aufbringt? Wo ihr euer altes Heim besucht, von dem ihr zu einer großen Reise aufgebrochen seid ohne deren Ende bereits zu kennen? Und wo ihr zum ersten mal in den frühen Morgenstunden am Ufer eines Sees steht und ein Teil davon seid?

Wenn euch das jetzt alles auf die eine oder andere Weise bekannt vorkommt – willkommen in meiner Welt. Da draußen, wisst ihr, da gibt es Leute die genau das niemals verstehen werden. Wir reden ja schließlich nur von Spielzeug.

Ich stand am Hyliasee. Ich habe der aufgehenden Sonne entgegengeblickt, als würde ich zum ersten mal in meinen Leben bewusst die Sonne aufgehen sehen. Ich bin mit meinen Pferd in die Schlacht geritten. Ich habe gegen unzählige Gegner gekämpft. Ich habe letzten Endes diese Welt gerettet. Und ich war ein Teil davon.

Zeit ist bedeutungslos geworden. Ich kam von der Schule, hatte mir das Spiel auf dem Weg nach Hause gekauft, die Eltern im Urlaub, ich hatte ein paar Tage frei. Und nach 72 Stunden wurde mir das erste mal bewusst, das ich vielleicht doch einfach nur ein kleiner verrückter Kacknerd bin und jetzt auch mal schlafen gehen könnte. Bis zum nächsten mal, Hyrule. Dann reite ich mit Epona wieder gen Sonnenaufgang…

52 Games ist ein Blogprojekt von Zockwork Orange.

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6 Gedanken zu “52 Games – Zeit

  1. Bei mir war es eher A Link to the Past. Ich hielt damals nicht viel von Konsolen, war halt Heimcomputerspieler der ersten Stunde (sprich seit C64). Und dann hatte ich Langeweile und meine Stammvideothek hatte ein brandneues SNES, sie waren gerade am Auspacken. Ich kannte Konsolen natürlich. Ein Freund hatte ein Mega Drive aber die Spiele die er hatte (Altered Beast z.B.) konnten gegen meinen Amiga nicht anstinken. Ich nahm jedenfalls das SNES mal mit. Ich kannte Mario vom Hörensagen, immerhin sollte Giana eine Kopie davon sein. Ich hatte nur Mario World und Zelda, mehr hatten sie in der Videothek nicht. Zunächst Mario angeschaut und für ganz nett befunden. Coole Animationen aber ein wenig farbarm, dachte ich. Dann legte ich Zelda ein. Die klassische Hymne lullte mich sofort ein, die Perspektive und liebevoll gestaltete Grafik zog mich sofort in ihren Bann.

    Lange Rede kurzer Sinn, ich tauchte völlig ein in das Land Hyrule und zwar so sehr, dass ich das SNES gar nicht wieder abgeben wollte sondern fast zwei Wochen am Stück auslieh, was die in der Videothek lustig fanden. Dann wurde mir das aber zu doof und ich kaufte mir mein eigenes SNEs und eigenes Zelda. Und ich wurde riesen Nintendo- und Konsolenfan. Natürlich musste ein N64 her und natürlich kam auch Ocarina of Time. Aber zu dem Zeitpunkt hatte ich schon einen PC mit Voodoo-Karte, technisch riss mich das Spiel also nicht mehr vom Hocker, da es zu viele Beschränkungen hatte. Spaß machte es trotzdem – aber das Erlebnis von A Link to the Past, der ließ sich nicht wieder herstellen.

    Ich habe so ein Gefühl danach nur noch zwei Mal gehabt, beim Start von Guild Wars 2005 und als ich WoW 2006 angefangen habe.

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    • Zelda hat das bei mir mehrfach hinbekommen. Einstiegsdroge war bei mir in der Tat auch A Link to the Past, aber bei Ocarina of Time war es irgendwie noch mal anderes. Ich glaube, das war einfach irgendwie „realer“ damals, alles in 3D und so halt. Zuletzt hatte ich das bei Twilight Princess – ich stand wieder eine Stunde einfach nur da rum, mal ein paar Schritte nach links, mal ein Stück hier am Ufer entlang, und hab mir einfach nur den Hyliasee angeschaut. Ich weiß nicht warum, aber grade der ist für mich einfach immer wieder auf’s neue etwas ganz besonderes. 😉

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    • Ich wage jetzt mal zu behaupten: Kennst du ein Zelda, kennst du jedes Zelda. Die Grundstruktur wandelt sich kaum, insofern ist das auch ok.
      Mich selbst fesselt eben dieses Gameplay einfach so sehr, das ich hier bisher jeden Serienteil stehen habe. Zelda ist und bleibt etwas besonderes bei mir, seit der Snes-Zeit.

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      • ja, es hat sicher schon seine Gründe, dass Link bis heute mit jedem Teil umjubelt wird, aber so ganz fesseln kann er mich irgendwie nicht (mehr). Die Preise für die Games sind ja meist auch etwas höher, daher scheue ich mich ein wenig, ihm noch mal eine Chance zu geben. Der letzte Versuch war Minish Cap und da hab ich auch nach wenigen Stunden aufgehört.

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  2. Pingback: [52 Games] Thema 15: Kinder » 52 Games » Zockwork Orange

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