Von Kronkorken, rotierenden CD’s und Punkrock

Musik neg

Hab ihr’s auch gemerkt? Diese Woche ist mal konsequent der Music Monday bei mir ausgefallen. Soll auch mal vorkommen. Ich kam nicht dazu. Klingt nach einer billigen Ausrede – ist es auch. Aber ich musste Musik hören. Ärzte. Neues Album. Da will ich ja „Auch“ mal was zu schreiben. (Ok, ok, dafür tu ich später noch ’nen Euro in die Wortspielkasse…)

Punk is dead! Steht zumindest an vielen Hauswänden. Ist dem so? Eine Frage, welche direkt auch auf dem neuen Album der Ärzte gestellt wird – Ist das noch Punkrock? Ihre eigene Antwort: Ich glaube nicht.

Definition Punk: Iro, kaputte Klamotten, saufen, kacke machen. Irgendwie sowas, werden zumindest viele sagen. Ich selber sehe das wohl etwas anders. Punk ist der Mut, anderes zu sein. Punk ist auch Tolleranz, denn wer selbst anders ist muss auch andere Anders sein lassen. Punk ist auch viel Freundschaft. Und, zugegeben, Bier. Was Punk nicht ist, ist Mainstream. Sind denn dann so eine Band wie die Ärzte, die mittlerweile rauf und runter im Radio laufen noch Punk? Ich denke schon. Oder wie Rod es mal (sinngemäß) in einem Interview sagte: Punk ist doch nicht was du für Klamotten trägst oder welche Band du hörst. Punk, das ist was in deinem Kopf vorgeht. Touché, so sieht’s aus.

Was ist denn dann jetzt mit dem neuen Album? Ganz einfach: es rockt. Und zwar richtig. Nachdem auf den letzten Alben ja auch gerne mal eher weniger rockige Stücke breit vertreten waren ist hier doch eindeutig der Schwerpunkt auf Gitarren und ähnliches gelegt. Was gut ist, denn genau das haben die Drei einfach drauf. Die Texte sind wieder eine gesunde Mischung aus absoluten Albereien und den üblichen zwischenmenschlichen Dramen, von denen aber auch nicht wirklich ernst genommen gesungen wird. Die Schelte gegen Rechts fällt diesmal aus – ist aber auch grade nicht so nötig.

Stattdessen singt Rod von seinem Tamagotchi und Farin beschäftigt sich mit Männern und Frauen. Bela wird magnetisch von seinem Bett angezogen und gemeinsam schicken sie dann noch Cpt. Metal ins Rennen um den truesten Helden unserer Zeit. Was sich am Ende dann tatsächlich als reine zeiDverschwÄndung entpuppt, aber das Alles so sympathisch und konsequent das dieses Album jetzt seit dem Release am letzten Freitag jeden Tag ununterbrochen bei mir läuft. Und das schafft auch nicht jeder.

Wem das noch nicht reicht der freut sich mal wieder über eine herrlich bescheuerte Idee: nach Delphinfell und einem Pizzakarton kommt dieses Album nun also als Brettspiel daher. Inklusive Kronkorken als Spielfiguren, gewürfelt wird mit der CD. Nur die Spielfelder machen mir etwas Angst. „Sei Punkrock! Trink das älteste Getränk in deinem Kühlschrank auf Ex.“ Äh, lecker. Da hoffe ich lieber das ich auf einem anderen Feld lande. „Leg dein Lieblingslied auf und spiel dazu 277 Sekunden lang Luftgitarre. Steh dabei breitbeinig über dem Spielfeld.“ Schon besser.

Bleibt also die abschließende Frage: Lohnt sich „Auch“? Auf jeden Fall! Nach all den Jahren mag man den drei Jungs ihr Alter zwar langsam ansehen – hören tut man es nicht. Für mich jetzt schon eines der Highlights dieses Jahr.

Wer mag kann sich das komplette Ding auch bei YouTube reinziehen, einfach diesem Link zur Playlist folgen. Viel Spaß beim rocken! \o/

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2 Gedanken zu “Von Kronkorken, rotierenden CD’s und Punkrock

  1. Ich hab das Album auch seit dem Erscheinen und bin begeistert!
    Meine Favoriten sind „Ist das noch Punkrock?“, „M&F“, „Tamagotchi“ und „Freundschaft ist Kunst“ (Ich häng jetzt mit Künstlern rum :D)
    Aber alle Lieder sind mindestens gut.

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    • Stimmt, Totalausfälle hab ich hier auch keine. Was bei den Ärzten ohnehin eher selten der Fall ist, aber dieses Album kann ich wirklich komplett von Anfang bis Ende immer wieder durchlaufen lassen, ohne da irgend einen Song nicht hören zu wollen. 🙂

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