52 Games – Tiere

52 Games neg

Na was soll das denn jetzt. Bei dem Thema MUSS ich doch eigentlich Animal Crossing wählen, aber darüber habe ich ja schon mal was geschrieben. Viva Pinata? Ne, doof. Hab ich ja nicht so viel gespielt. Aber Rare hat’s ja eh mit Viechzeuch. Das wäre ja mal ein Aufhänger. Also das alte Rare. Ihr wisst schon, nicht nur Kinect Sports und Avatare machen. Goldeneye. Perfect Dark. Killer fucking Instinct. Auf’s Maul und total erwachsen und so. Oder knuddelig, Banjo & Kazooie halt. Oder beides gleichzeitig.

Conker’s Bad Fur Day

Es gibt so unglaublich viele Gründe, warum dieses Spiel auf ewig in meiner persönlichen Top 10 der Videospiele bleiben wird. Einer davon wäre der Preis. N64 – Spiele waren sowieso nicht immer ganz günstig, damals. Aber wenn dann etwas von Rare kommt, Nintendo das aber nicht rausbringen mag, also muss eine andere Firma die Lizenz kaufen, und dann ist das Modul auch noch gigantisch voll (512Mbit, dickste Modulgröße), teure Produktionskosten, geringe Auflage… Naja. 180 DM. Der Preis steht sogar noch auf der Packung. Nicht einen Cent bereue ich. Pfennig, mein ich.

Von den vergleichbar enormen Kosten (für mich!) mal abgesehen: Es ist einfach eines der abgefahrensten Spiele. Und ich hab ja wirklich eine Menge gespielt. Aber die Story um Conker, ein Eichhörnchen, sucht einfach seinesgleichen. Grundgerüst der Geschichte: Conker hat zu tief ins Glas geschaut und sich auf dem Weg von der Kneipe nach Hause verlaufen. Verkatert wacht er am nächsten morgen irgendwo in der Pampa auf und muss seinen Weg nach Hause finden. Problematisch dabei ist die Tatsache, dass der böse Pantherkönig hinter ihm her ist. Dem fällt nämlich immer das Glas Milch runter, weil ein Tischbein fehlt, und sein verrückter Professor hat entdeckt, dass ein „Red Squirrel“ (also Conker) die perfekte Höhe hat, um eben jenes zu ersetzen. Oder sowas in der Art.

Unterwegs treffen wir auf eine Hummelkönigin, welcher der Mann weggeflogen ist, verrückte Mistkäfer, welche Stress mit einem singenden Scheißhaufen haben, den Hummelkönig, welcher der Hummelkönigin weggeflogen ist, und welcher sich lieber mit der Sonnenblume mit den dicken Titten vergnügen möchte, ein kleines Raptorbaby was gerne Höhlenmenschen frisst (bis wir wiederum das Raptorbaby opfern – shit happens), kleine Feuerteufel die wir auspinkel müssen und ausserdem sind da noch die Evil Teddyz, welche sowieso grade den Krieg angezettelt haben. Ausserdem war da noch was mit einem Alien, der Mafia und einem Vampirfürsten. Normal ist anderes.

Veralbert wird hier einfach ALLES. Der weisse Hai, der Pate, Matrix, Dracula – jeder bekommt hier sein Fett weg. Dazu gibt es mit dem singenden Kothaufen einen der genialsten Endgegner aller Zeiten, da der nicht nur eine beeindruckende Stimme hat, sondern ihr sogar mitsingen dürft. Karaoke. Der Text wird unten eingeblendet, ein kleines Köttelchen springt für’s Timing auch mit. Herrlich. Ansonsten schaut ihr Conker einfach dabei zu, was er alles so macht wenn ihr grade mal nicht spielt. So 5 – 10 Animationen hat ja jeder Charakter in jedem Videospiel, hier sind’s aber locker über 100. Von genervt auf die Uhr schauen, über GameBoy spielen bis hin zu blöden Sprüchen ist alles dabei. Mein Favorit: Nach einer Weile schaut dieses Vieh direkt in die Kamera, also MICH an, und sagt: „Hey, what you doin‘ there? Stop doin‘ that, you gonna go blind!“ Na danke.

Saufen, rauchen, Sex, und das alles mit übertrieben putziger Grafik und Knuddellook. Rare hat hier einfach ein Meisterwerk abgeliefert, was an schrägen Humor für mich die absolute Speerspitze darstellt und bis heute ungeschlagen ist. Auch technisch, auf dem N64 war ich durchgehende Sprachausgabe jetzt nicht grade gewohnt. Conker – das coolste Eichhörnchen, was jemals Hauptcharakter sein durfte.

PS: Wer Conker trotzdem auch mal in „nur“ putzig sehen möchte wirft entweder einen Blick auf Diddy Kong Racing oder den Gameboy – Ableger – die Spiele kamen vor diesem Re-Design und zeigen den ursprünglichen Conker, bevor Rare diese grandiose Umkehr von dem putzigen Konzept gewagt hat.

52 Games ist ein Blogprojekt von Zockwork Orange.

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6 Gedanken zu “52 Games – Tiere

    • Stimmt. Die Firma zwar theoretisch schon, aber da sind einfach zu viele (wichtige) Leute abgewandert. Viva Pinata war für mich persönlich tatsächlich das letzte Spiel, wo ich noch ein wenig dieses alten Rare-Flavuor rausschmecken konnte. Leider aber nur der Flavour, nicht der ganze Geschmack. Schade drum, die gehörten zu den Besten ihrer Zeit, aber das kann man ja leider wohl von so einigen Entwicklern behaupten.

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  1. I am the Great Mighty Poo
    And I’m going to throw my shit at you

    In Conker habe ich damals auch mein sauer erspartes Geld gesteckt und wurde als Teenager vom Humor und dem Extremen natürlich nicht enttäuscht. Allein die Clockwork Orange Hommage fand ich damals schon so grandios, da ich den Film zu der Zeit zum ersten Mal gesehen habe. Ich habe das Spiel, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, allerdings nicht ganz durchgespielt. Frage mich gerade wo es damals gehapert hat.

    Eigentlich müsste ich es noch einmal spielen. Mit dem gewachsenen, englischen Wortschatz und erweitertem Filmwissen dürfte ich heute noch eine ganze Menge mehr verstehen.

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    • Sonnenblume mit dicken Hupen: How about a little bouncy – ride?
      Conker: Now THAT’S what I call a plattform-game!

      Dieses Spiel ist so voll mit Highlights, die kann ich gar nicht alle in einen einzigen Artikel schreiben. Dafür könnte ich extra eine Conker-Kategorie anlegen auf meinem Blog.
      Lohnt sich es durchzuspielen, zumal das Ende auch zu den grandiosesten gehört die ich erleben durfte. Wer weiß, vielleicht überkommt mich das demnächst mal wieder, dann wird das N64 angeworfen und Conker durchgespielt. Da mittlerweile meine Technik wieder funktioniert (neuer Pc, hurra!) kann ich dass ja dann auch komplett senden. 😉

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  2. Pingback: [52 Games] Thema 12: Schlaf » Zockwork Orange

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