52 Games Runde 2 – Kälte

52 Games neg

Zu Beginn: Wer nicht weiß worum es bei “52 Games” geht findet mehr Infos über das Projekt hier und eine Übersicht an dieser Stelle.

Runde 2 startet also mit dem Thema “Kälte”. Ich hatte sofort ein Spiel im Kopf, doch hab ich trotzdem dann noch mal überlegt was man da alles nehmen könnte. So ziemlich jedes Jump’n Run der letzten 500 Jahre hatte irgendwo irgendwie irgendwas mit Schnee und Eis, Snowboardspiele gibt es auch genug – langweilig. Die Neuinterpretation des ersten Silent Hill, Shattered Memories, kam mir in den Sinn, ausserdem noch “D2” für die Dreamcast. Da ich beide allerdings nicht (viel) gespielt habe, blieb ich bei meiner ersten Idee:

Fahrenheit

2005 erschienen, fesselte mich dieses Spiel, was mehr einem interaktiven Film gleicht, direkt ab der ersten Sekunde. Es beginnt in New York, wo Lucas Kane einen Mord in der Toilette eines Diners begeht, wobei er anscheinend besessen zu sein scheint. Immer wieder blitzen Bilder während der Tat auf, die einen anderen Kerl mit Kapuzenmantel zeigen, der exakt die gleichen Bewegungen vollführt. Kaum ist das Opfer tot, erwacht er aus seiner Trance und muss nun vom Tatort verschwinden. Ab diesem Moment dürfen wir das erste mal Hand anlegen – und die Möglichkeiten sind gewalltig.

Gehe ich einfach, oder wische ich doch lieber noch das Blut vom Boden weg? Wasche ich mir die Hände? Telefoniere ich noch? Hab ich genug Zeit, um die Leiche verschwinden zu lassen, bevor der Polizist am Tresen aufsteht und zur Toilette geht? Und was mache ich mit der Tatwaffe?

Insbesondere letztere Frage zeigt direkt deutlich, in welche Richtung dieses Spiel geht: Entscheide ich mich dafür das Tatmesser zu verstecken, blendet das Spiel auf andere Szenen und ich sehe nicht, wo Lucas das Messer jetzt verschwinden lässt. Denn kaum bin ich vom Tatort weg gekommen wechselt die Seite, ich spiele nun Carla und Tyler, zwei Polizisten, und untersuche den grade verlassenen Tatort. Ob und welche Spuren ich hier finde, bleibt wieder mir überlassen.

Dieses Spiel der verschiedenen Seite ist recht geschickt inszeniert. Die Tatsache sowohl Opfer als auch Täter spielen zu können und sich selbst auf der Spur zu sein ist eine neue Erfahrung. Warum scheint noch jemand an Lucas Tisch gesessen zu haben im Diner, obwohl niemand jemanden gesehen hat? Was hat es eigentlich mit diesem Mädchen auf sich, welches Lucas in seinen Visionen immer wieder sieht? Kann vielleicht Lucas Bruder helfen, ein Priester? Was steckt wirklich hinter der ganzen Sache? Und warum passieren weitere Morde, ist Lucas vielleicht gar nicht der wirkliche Täter?

Wo der Quasi-Nachfolger, Heavy Rain, bei seiner Erzählung eher bodenständig bleibt, driftet Fahrenheit immer mehr in die Mystery-Schiene ab. Interessant dabei: Da ich bei nur einem Spieldurchgang nicht alle Möglichkeiten ausprobieren kann und auch in den Dialogen selten alle Optionen auswählen darf, bleiben Fragen offen. So ist genügend Motivation für weitere Spieldurchläufe gegeben. Was wäre passiert, wenn ich nicht mit der Ubahn, sondern mit dem Taxi geflohen wäre am Anfang? Was, wenn Carla nicht dieses eine Buch gefunden hätte? Das “was wäre wenn” – Konzept geht hier voll auf.

Was das jetzt mit dem eigentlichem Thema zu tun hat? Ganz einfach: Es wird immer kälter. Bereits zu Beginn ist die Stadt schon verschneit, doch die Temperaturen sinken im Verlauf der Geschichte immer weiter. Die Menschen verlassen New York und nur wenige bleiben, um in Untergrund Schutz vor den Eismassen zu suchen. Doch nicht nur die Umgebung, auch der Hauptcharakter wird irgendwann eisig sein. Mehr wird an dieser Stelle allerdings nicht verraten.

Durch Splitscreen-Technik, ähnlich wie z.B. in der Serie “24” werden öfter verschiedene Charaktere und Orte gleichzeitig gezeigt. Anstelle von einfachen Knöpfchendrücken werden Bewegungen “natürlich” nachgeahmt, wie man mittlerweile von Bewegungssteuerungen a la Wii kennt. Seiner Zeit dadurch etwas voraus, ist Fahrenheit ein Titel den ich grade wegen seiner grandiosen Atmosphäre auch nach wie vor empfehlen kann.

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